Die 3 Cloud Computing Ebenen
Wenn von Cloud Computing die Rede ist, werden in der Regel Amazon, Google und Salesforce als die führenden Anbieter genannt. Microsoft wird immer öfter auch aufgeführt und hin wieder werden auch klassische Hardware Hersteller wie HP, IBM oder Sun ins Gespräch gebracht. Von SAP hört man wieder weniger als auch schon.
Die ersten drei haben tatsächlich bereits seit einiger Zeit Angebote am Markt, die auch gekauft werden, während die anderen kurz davor sind, oder einfach davon reden.
Wenn wir nun die heute verfügbaren Cloud Computing Angebote der drei Pioniere betrachten, stellen wir fest, dass deren Konzepte und Lösungen sehr unterschiedlich ausfallen.
Wir können im Prinzip drei Cloud Computing Angebotsebenen unterscheiden:
Software as a Service (SaaS), Platform as a Service (PaaS) und Infrastructure as a Service (IaaS). Der Übergang von der einen zur anderen Ebene ist zwar fliessend, es ist aber trotzdem möglich die bestehenden Angebote sinnvollerweise diesen Kategorien zuzuordnen.
Das Thema wurde schon vorher so dargestellt. Ich habe es u. A. bei Swisscom, in der Infoweek und in unzählige Vorträgen erklärt. Marcel Weiss hat bei Netzwertig, inspiriert durch einen Beitrag auf GigaOM im März darüber berichtet.
McKinsey schlägt in einem kürzlich erschienen Report vor, nur von 2 Kategorien, den Clouds und den Cloud Services zu sprechen. Ich bin nicht der Meinung, dass das Sinnvoll ist. Weiterhin stelle ich in vielen Gesprächen fest, dass doch oft einige Verwirrung herrscht, darum stelle ich hier die drei Ebenen, nochmal vor:
Infrastructure as a Service (IaaS)
Hier wird schlicht und einfach virtualisierte Rechnerleistung auf Abruf zur Verfügung gestellt. Die Elastic Compute Cloud EC2, einer der Web Services von Amazon gehört in diese Kategorie. Es können beliebig virtuelle Server mit ein paar Mausklicks konfiguriert, hoch und wieder runter gefahren werden. Hier herrscht die grösste Flexibiltät für den Entwickler und Betreiber von Software, hier wird ihm aber auch nichts im Bezug auf die Systemarchitektur und Softwareentwicklung abgenommen. Um Sicherheits- und Verfügbarkeitsaspekten auf der Anwendungsebene muss er sich zum Beispiel selber kümmern. Die Vorteile gegenüber dem klassischen Datacenter liegen aber auch hier, wie immer beim Cloud Computing, in der Flexibilität, der höheren Skalierbakeit und der schnelleren Bereitstellung benötigter Kapazitäten. Es gibt neben Amazon, insbesondere in den USA noch einige weitere Anbieter solcher IaaS Lösungen. Keine ist aber dezeit so weit fortgeschritten und so viel im Einsatz wie die Amazon Web Services. Viele klassiche Dedicated Hosting Anbieter nennen sich mittlerweile auch Cloud Computing Anbieter. Was meisten nicht der Realität entspricht, weil in der Regel keine multi-tenancy realisiert ist. (Zum Thema multi-tenant Architektur, siehe den oben erwähnten Swisscom-Artikel.)
Platform as a Service (PaaS)
Eine Platform bietet in der Regel eine multi-tenant Entwicklungs- und Laufzeitumgebung für Applikationen die entweder gleich für die Platform geschrieben oder mit einigem Aufwand portiert wurde. Viele Funktionen, die immer wieder benötigt werden, werden von der Platform eben als Service bereit gestellt und können vom Entwickler sofort genutzt werden. Einige Platformen können Code, allerdings eingeschränkt, in bekannten Programmiersprachen verarbeiten, andere haben eigene Scriptingsprachen entwickelt. Die Google App Engine (GAE) ist eine solche Platform. Auf der GAE kann derzeit Phyton und Java Code genutzt werden. Wobei bestehende Anwendungen in der Regel angepasst werden müssen um in der GAE zu funktionieren. Eine weitere Platform ist das Produkt force.com von Salesforce. Auch bei force.com kann programmiert werden, allerdings in einer Java ähnlichen eigenen Programiersprache mit der Bezeichnung Apex. Die force.com Platform ist vor allem für Applikationen die mit strukturierten Daten und mit manuellen Verarbeitungsprozessen arbeiten müssen, klassischen Geschäftsanwendungen also, geeignet. Dinge wie Userverwaltung, Workflows, E-Mail Verarbeitung liegen bereits als Service vor, auf die der Entwickler einfach zurückgreifen kann. Die force.com Plattform ist eher am oberen Ende, schon sehr nahe bei Software as a Service, einzuordnen, während die Google App Engine näher bei den Infrastructure as a Service zu liegen kommt. Je weiter oben eine Platform angesiedelt ist, desto grösser sind die Einschränkungen und Vorgaben für die Entwickler, dafür sind sie schneller am Ziel und kümmern sich in der Regel nur um die sinnvolle Abbildung der Geschäftsprozesse.
Software as a Service (SaaS)
Mit Software als Service hat alles begonnen hier tummeln sich auch die meisten Anbieter, was in der Natur der Sache liegt. In diese Kategorie gehören die CRM Anwendungen von salesforce.com, die auf der force.com Platform aufsetzen, die Google Apps wie Gmail, Docs & Spreadsheets und Google Sites, und viele andere mehr. Faktisch ist jede der Webapplikation, die wir täglich benützen eine Software as a Service, also auch Youtube, Facebook, Twitter usw. Der Begriff wird aber eher auf kostenpflichtige Businessapplikationen angewandt.
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