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Ich bin Cloud Computing Evangelist und Unternehmer. Bei PARX, einem Salesforce.com, Google Apps und Amazon Web Services Partner bin ich neben der strategischen Führung für den Bereich Business Development zuständig.

ondemandnotes.com ist ein Blog über Cloud Computing. Ich schreibe hier zu Software as a Service, Platform as a Service und Infrastructure as a Service.

Für die Themen rund um Salesforce.com und Force.com betreibe ich das separate Blog ueberforce.com.

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Montag
Apr202009

Die Cloud, wie sie McKinsey sieht

Das Beratungsunternehmen McKinsey & Company hat einen Bericht zum Thema Cloud Computing veröffentlicht. Das Ziel des Berichtes sei es, durch einen "hype free" Fokus auf die heranwachsende Cloud Computing Industrie und deren Kunden, zu einer realistischen Einschätzung über die aktuelle Lage und das Potential des Themas zu kommen.

Die Autoren zeigen, dass es viele verschiedene Definitionen von "Cloud Computing" gibt und schlagen dann selber eine vor. Allerdings für die Frage was eine Cloud ist, nicht was "Cloud Computing" bedeutet.

Nach McKinsey sind Clouds: Harwarebasierte Services welche Rechenleistung, Netzwerk- und Speicherkapazität bereitstellen und sich dadurch auszeichnen dass:

  1. das Harware Management gegenüber dem Käufer in hohem Grad abstrahiert ist.
  2. die Käufer die Infrastrukturkosten als laufende operative Ausgaben verbuchen
  3. die Infrastruktur Kapazitäten hoch elastisch sind.

Danach wird betont, dass derzeit oft, sogenannte Cloud Services mit Clouds verwechselt werden. Für McKinsey sind Amazon Web Services, Google App Engine und Microsoft Azure typische Clouds, während Salesforce.com, GMail oder Zoho eben Cloud Services seien. Der Unterschie läge darin, dass eine Cloud alle 3 oben erwähnten Kriterien zu erfüllen habe, während bei einem Cloud Service nur 1 und 3 eine Rolle spielten.

Die Unterscheidung zwischen Infrastructuktur und Anwendungen auch in der Cloud zu machen, macht sicher Sinn. Allerdings sehe ich nicht ein, warum der Punkt 2 der McKinsey Definition für die Software und Platform as a Service Angebote, die McKinsey Cloud Services also, nicht gelten soll. Auch bei SaaS Angeboten kauft der Kunde keine eigene Infrastruktur, sonden bezieht einen Service der nach Bedarf abgerechnet wird.

Mit zur Diskussion stellen würde ich die Aussage, dass die Amazon Web Services und Googles App Engine in dieselbe Kategorie gehören. Während ich, vereinfacht dargestellt, nähmlich bei Amazon EC2 tatsächlich "virtuelle Server" beziehen kann, lasse ich bei der Google App Engine "nur" Programmcode in einer sehr eingeschränkten Umgebung laufen. Die Google App Engine ist in dieser Hinsicht darum eher mit force.com von Salesforce vergleichbar als mit EC2 der Amazon Web Services, wobei auch dieser Vergleich noch stark hinkt, weil bei force.com ja auch viele bestehende Funktionalitäten vie User Verwaltung, Workflows, usw. vom Entwickler benutzt werden können, welche es bei Googles Appe Enginge (noch) nicht gibt. Besser ist es wohl, die Googles App Engine derzeit irgendwo zwischen force.com und Amazon AWS einzuordnen.

Anders gesagt, der Aufwand eine bestehende Applikation zu AWS zu migrieren ist am tiefsten und bei Salesforce am höchsten. Wenn die bestehende Applikation in Java oder Phyton programmiert ist, liegt der Aufwand für die Google App Engine wohl dazwischen. Nochmal: das ist natürlich sehr stark vereinfacht und muss von Fall zu Fall geprüft werden, aber das Bild sollte helfen, die Unterschiede zu sehen.

Im zweiten Teil schreiben die Autoren dann, dass ein TCO-Vergleich für kleinere Unternehmen attraktiv sein kann, dass aber zum Beispiel die Amazon Cloud für grosse Unternehmen zu teuer sei. Ich bin diese Woche Mittwoch und Donnsertag für PARX bei Amazon in Luxemburg und werde dort wohl auch Gelegenheit haben, die in der McKinsey Studie dargestellten Zahlen zu besprechen, um dann hier nochmal darauf zurück zu kommen.

Aufgefallen ist mir noch, dass McKinsey schreibt, dass bislang nur kleine Unternehmen die Clouds nutzen. Das mag sicher stimmen für die Infrastructure as a Service Angebote, also die Clouds im Sinne von McKinsey. Es wäre aber völlig falsch und sicher nicht im Sinne der Autoren dies auch für Cloud Services, als Software as a Service Angebote wie von Salesforce.com oder Google Apps zu behaupten. Denn hier gibt es bereits hunderte von Erfolgsgeschichten in Grossunternehmen.

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