Warum es Software as a Service Produkte nicht zum downloaden gibt
Software as a Service Produkte werden in der Regel nicht noch in einer Version zum download angeboten. So kann man Salesforce.com, Google Apps, Squarespace.com oder die Produkte von Zoho nicht inhouse betreiben.
Das hat seine Gründe:
Software anzubieten, die vom Kunden selber betrieben werden kann, bedeutet, dafür zu sorgen, dass diese Software auf allen möglichen Systemen unter den verschiedensten Systemvoraussetzungen funktioniert.
Dies wiederum hat zur Folge, dass ein grosser Teil der Entwicklungsressourcen auf genau dieses Problem anzusetzen ist. Diese Ressourcen fehlen bei der Verbesserung des eigentlichen Produktes. Ein Software as a Service Anbieter programmiert für eine einzige Systemumgebung, die er unter Kontrolle hat. Damit hat daher viel weniger Aufwand zu betreiben, um sicherzustellen, dass sein Produkt funktioniert. Er kann auch viel klarer auf seine gewählte Systemumgebung hin optimieren.
Das hat auch Auswirkungen auf die Geschwindigkeit in welcher verbesserte Versionen auf den Markt geworfen werden können. Ein Software as a Service Anbieter stellt seinen neuen Release zur Verfügung während der klassische Anbieter noch monatelang am testen und debuggen für all die zu unterstützenden Systeme ist. Das ist gerade auch bei solchen Anbietern die beides machen oft ein Problem: Sie lassen ihre SaaS Kunden warten bis auch die on premise Lösung bereit zur Distribution ist.
Ein weiterer Punkt ist das Managen der Distributionskanäle. Software on premise muss verteilt werden, auch wenn die Verteilung wie heute in vielen Fällen üblich rein digital erfolgt, bedeutet das einen erheblichen Zusatzaufwand.
Aus diesen und anderen Gründen ist ein reiner SaaS Anbieter gegenüber einem Sofware on premise, oder einem Anbieter der beides macht, immer im Vorteil. Er kann sein Produkt zu tieferen Kosten verbessern und viel schneller und nochmal zu tieferen Kosten an den Markt bringen.
Es gilt also zu bedenken: Software as a Service und Software on premise anzubieten sind zwei völlig verschiedene Dinge. Beides gleichzeitig machen zu wollen, bringt grosse Probleme mit sich. Darum bin ich gegenüber Lösungen wie SugarCRM, oder der angekündigten SAP A1S, aber auch gegenüber Microsofts "Software plus Services" Idee, sehr skeptisch eingestellt.
Auf dem Zoho Blog ist gestern ein interessanter Artikel mit dem Titel "Why is Zoho Available Only as a Web Service?" publiziert worden, der diese Punkte aus der Sicht eines Software as a Service Anbieters zusammenstellt, dessen Mutterhaus seit Jahren auch Software on premise anbietet.
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