Web Content Management as a Service
Web Content Management Systeme, die im Software as a Service (SaaS) Modell angeboten werden, gibt es schon sehr lange. Eines der ersten Produkte in diesem Sektor, welches ich eingesetzt habe, war Atomz Publish, dass aber im Jahre 2000 einfach zu früh war und darum von der Betreiberin bald wieder eingestellt wurde.
Zur Zeit erlebt das Thema im Rahmen des allgemeinem SaaS-Interesses wieder Hochkonjunktur. Allerdings sind viele Lösungen nicht für den professionellen Einsatz geeignet. Wie bei einem WCMS, das on-premise betrieben wird, muss bei der Evaluation der richtigen Lösung viel Zeit in die Frage nach den Zielen und Aufgaben der zu publizierenden Website investiert werden.
Im Bereich der SaaS Web Content Management Systeme gibt es meines Wissens, noch kein System, dass bezüglich Flexibilität im Bezug auf Erweiterbarkeit und Integration auch nur annähernd die Möglichkeiten einer professionellen SaaS Plattform wie Salesforce.com aufweisst.
Ein SaaS WCSM sollte es ermöglichen, möglichst viel an der Website anzupassen, ohne sich mit HTML, CSS, JavaScrip, PHP oder anderem Code auseinander setzen zu müssen, und trotzdem viel Flexibilität erlauben. Das dies nicht zu viel Verlangt ist, zeigt Squarespace.com, ein System welches ich nun schon seit 2 Jahren mit grösster Zufriedenheit einsetze, und schon oft empfohlen habe.
Das Problem bei Squarespace liegt einfach darin, dass es nicht für komplexe Sites geeignet ist, sondern eigentlich als Blog System entwickelt wurde, obwohl mittlerweile die meisten kleinen CMS in den Schatten stehlt, wenn es darum geht, mit minimalstem Aufwand eine profesionelle Website zu erstellen.
Typische KMU Websites, die heute immer noch schnell einmal 5'000 bis 15'000 Euro Dienstleister-Aufwand für Design und Einrichtung verschlingen, danach meistens ziemlich "unstylish" aussehen und auf schrecklich benutzerunfreundlichen Systemen wir Typo3 editiert werden müssen, können mit Squarespace in 2-3h erstellt und in Betrieb genommen werden.
Ondemandnotes.com ist übrigens auch mit Squarespace erstellt und ich werde zu dieser Lösung, sicher noch einiges Berichten (Hier kann man übrigens einen unverbindlichen Demo Account einrichten). Das Produkt ist durchaus auch für grössere Unternehmen interessant, zum Beispiel um schnell eine, vom Stammauftritt losgelöste, Microsite für eine Kampagne oder so hochzufahren, die danach wieder geschlossen wird, usw.
Ein gewichtiger Nachteil ist allerdings, dass das System nur in Englisch zu bedienen ist. Das ist gerade für die Zielgruppe der KMUs hierzulande oft ein Grund, diese Lösung nicht einzusetzen.
Wer etwas ähnliches in der Schweiz sucht, der ist eventuell mit DemandIT oder mit Leon* gut bedient. Diese beiden Produkte sind im SaaS-Modell verfügbar und bieten einen interessanten Funktionsumfang, einzig die Ersteinrichtung geht nicht so komfortabel und schnell wie bei Squarespace, dafür sitzt der Hersteller in der Schweiz und kann auch Sonderwünsche erfüllen. In Deutschland gibt es das Produkt DynaSite Managed, dass seit Jahren auf dem Markt ist und sich bewährt hat.
Aus den USA wird im Moment noch Spruz als Link in der Blogosphäre herumgereicht, wobei ich bei diesem Produkt nicht glaube, dass es den Ansprüchen an einen professionellen Auftritt hierzulande gerecht wird. Dann ist Synthasite schon eher auf dem richtigen Weg.
SiteKreator ist ein weiterer interessanter Anbieter aus den USA, der bei mir einen soliden Eindruck hinterlassen hat, richtig getestet habe ich das Produkt allerdings noch nicht.
Worauf ich allerdings immer noch warte ist eine professionelle Lösung wie die von Day, Reddot, CONTENS und anderen, aber im soliden Multi-Tenant SaaS Konzept angeboten. Vielleicht gibt es das ja, und ich habe es nur noch nicht entdeckt?
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Reader Comments (3)
Schau Dir mal www.jimdo.com an. Das ist ein echt einfaches Tool zum erstellen von Webseiten. Und natürlich ein "WCMS as a Service" :))
wenn man den inhalt der technik anpassen will, gibt es genug tools - wenn man aber den content dem content entsprechend dargestellt haben möchte und hier und da noch ein sonderwunsch hat wird es nie eine software geben, die sich für den abfüller einfach verstehen lässt, validen code erstellt, die diashow genauso läuft wie man gerne hätte und man grad noch x verschieden ajax-teile in funktion und optik anpasst.
versteh mich nicht falsch - dass user-end von typo3 find ich überhaupt nicht toll. aber typo3 hat erfolg, weil es nicht so schnell zu ende ist wie zum beispiel joomla und dank open source anpassbar (für mysql, php, typoscript, xhtml, javascript befähigte menschen (ich bin hier auch ausgeschlossen)).
ja schreib mal was über jimdo - das ist wirklich supersimpel - jetzt kann man sogar eigenes css hochladen und für privatpages interessant
Michael: Ja, da hast Du recht, die totale Flexibilität hat man bei einem solchen System nicht. Aber ich behaupte, dass diese bei den meisten Websites auch nicht wichtig ist. Ich habe allerdings den Eindruch, dass viel zu oft, viel zu viel Zeit auf unwichtige Details verwendet wird, anstatt sich auf die Inhalte zu konzentrieren.