Warum sich Software as a Service durchsetzen wird
Seit mehr als 10 Jahren setze ich, wenn möglich, auf Software as a Service (SaaS) anstatt auf klassische, in-house installierte Software. Die Gründe dafür waren damals wie heute dieselben und ich vermute, dass diese auch dazu führen werden, dass die "Old School"-Anwendungssoftware mit der Zeit vollständig verschwinden wird.
1. Einloggen und arbeiten
Eine SaaS-Lösung steht immer sofort zur Verfügung. Website der SaaS-Anwendung aufrufen, registrieren bzw. einloggen und arbeiten. Egal ob Privatperson, Verein, KMU, NPO oder Grossbetrieb. Ich muss nicht zuerst eine Installation durchführen, die manchmal nicht funktioniert, oder noch schlimmer, die dafür verantwortlich ist, dass andere Anwendungen nicht mehr funktionieren.
2. Von jedem Arbeitsplatz aus erreichbar
Mit einer SaaS Anwendung kann ich von jedem Arbeitsplatz, der ans Internet angeschlossen ist, arbeiten. Bei klassischer Software stellt sich immer die Frage: Ist die Anwendung hier verfügbar? Ob im Sitzungszimmer eines Kunden oder im eigenen, ob im Internetcafé im Urlaub oder am PC zuhause, ob am temporären Arbeitsplatz beim Geschäftspartner oder auf dem Notebook im Kongresszentrum, die Software as a Service steht immer zur Verfügung.
3. Betriebssystem- und Plattformunabhängig
Ob mit Safari auf Mac, mit Opera auf Symbian, IEX auf Windows oder Firefox auf Linux, Software as a Service, die diesen Namen verdient, funktioniert mit jedem Webbrowser der halbwegs die aktuellen Standards unterstützt. Wenn klassiche Software für verschiedene Plattformen verfügbar ist, dann meistens nur für eine kleine Auswahl. Software as a Service funktioniert auf jeder Plattform für die es einen Webbrowser gibt.
4. Zusammenarbeit mit anderen Menschen jederzeit und problemlos möglich
Bei Software as a Service kann ich jederzeit einen Zugang für jemanden anderen bereitstellen, damit wir zusammen an einem bestimmten Problem arbeiten können. Mit klassischer Software kann ich, wenn ich Glück habe, ein Dokument exportieren und dieses dann per E-Mail in der Welt herumschicken. Was das bedeutet kennen wir ja alle aus unserem Alltag, nicht wahr? Versionendurcheinander, Koordinationsprobleme, usw. Oft geht es aber auch nicht nur um Dokumente, sondern um Prozesse. Aufgaben wollen delegiert werden, Kalender gemeinsam bearbeitet, dies über die Unternehmensgrenzen hinweg und im Kontext des betroffenen Prozesses. Diese Bedürfnisse werden durch SaaS-Anwendungen grundsätzlich unterstützt, während das Fehlen solcher kollaborativen Funktionen bei klassischer Software als der Produktivitätsfresser schlechthin betrachtet werden kann.
5. Keine Zeit vergeuden mit Wartungsarbeiten für Updates und Bugfixes
Als Software as a Service Anwender erhalte ich in der Regel einfach eine Nachricht, wenn neue Versionen verfügbar sind. Ich brauche nichts zu installieren, sondern kann einfach gleich damit beginnen, mit den Neuerungen zu arbeiten. Ganz im Gegensatz zu klassicher Software, wo ich neben dem Lizenzpreis für die neue Version nochmal Stunden wenn nicht Tage an eigener Arbeit investieren muss, inkl. vorheriger Datensicherung, bis die neue Version benutzbar ist. Viele Unternehmen führen genau aus diesem Grunde nicht jedes Update durch, obwohl Sie meistens im Rahmen eines Wartungsvertrages dafür bezahlt haben.
6. Hohe Verfügbarkeit
Weil ein Software as a Service Anbieter eben nicht einfach eine Software sondern einen Service anbietet, ist er viel stärker daran interessiert, dass seine "Software als Service" auch funktioniert. Kommt dazu, dass es bei einer Multi-Tenant Umgebung, auf welcher eine SaaS Lösung basieren sollte, nicht nur einen Kunden sondern viele Kunden betrifft, wenn etwas nicht funktioniert. Das bedeutet, der Anbieter wird viel mehr Geld investieren, als das einem einzelnen Unternehmen in der Regel möglich ist, um dafür zu sorgen, dass die Anwendung möglichst ausfallsicher läuft und dass bei einem tatsächlichen Ausfall, das Problem so rasch wie möglich gelöst wird. Wenn bei mir eine SaaS Anwendung einmal nicht funktioniert, was übrigens äusserst selten vorkommt, dann gehe ich einen Espresso holen und danach klappt alles wieder.
7. Hohe Skalierbarkeit und Flexibilät
Wenn ich neue Mitarbeiter beschäftige und weitere Zugänge zu Anwendungen brauche, dann ist das bei SaaS eine Sache von 5 Minuten, bei klassischer Inhouse-Software kann das gut und gerne bis zu ein paar Tagen dauern. Lizenzen müssen gekauft sein, Software installiert werden, usw. Bei SaaS registrieren Sie einen neuen Benutzer und geben ihm irgend einen Computer mit einem Browser und los gehts. Callcenter für eine Marketingaktion in das CRM integrieren, Praktikanten und Ferienaushilfen einsetzen, Wachstum organisieren, usw. kein Problem mit SaaS, aber viel Aufwand mit klassicher Software.
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Reader Comments (3)
Ich hab' in unserem Firmenblog einige Gedanken zu SaaS geschrieben:
http://canoo.com/blog/2007/06/04/how-ria-enables-saas/