Ein paar Hinweise zu Cloud Ausfällen
TeuxDeux ist ein ToDo Listen System, das im Software as a Service Model, also in der Cloud angeboten wird. Teux Deux wurde von Beginn weg von der Blogger und Web Szene äusserst positiv aufgenommen, vor allem weil es so einfach funktioniert, ein wirklich sinnvolles Konzept als Grundlage hat, sowie über ein schlichtes und schönes User Interface verfügt.
Heute ist TeuxDeux offenbar für ein paar Stunden ausgefallen und wie immer wenn eine Cloud Anwendung nicht mehr läuft, ärgern sich die User verständlicherweise darüber. Oft wird dann nicht nur der Anbieter des Services in Frage gestellt, sondern das Cloud Computing Model an sich. Das ist allerdings etwas voreilig und ich habe manchmal den Eindruck, dass bei einer solchen Beurteilung ein paar grundlegende Punkte nicht beachtet werden.
1) Auch eine lokal installierte Lösung kann ausfallen, bzw. die Hardware auf welcher die lokal installierte Lösung läuft. Wenn ein solcher Ausfall eintritt, dauert es in der Regel mindestens mehrere Stunden bis wieder ein lauffähiges System zur Verfügung steht und die meisten müssen sich sogar selber um die Wiederherstellung des laufähigen Systems kümmern, können also während dieser Zeit nichts anderes produktives mehr leisten.
2) Eine SaaS Lösung die gut aussieht muss noch lange nicht gut gebaut sein unter der Haube. Ich will damit nicht sagen, dass bei TeuxDeux der Code hässlicher ist als die Benutzeroberfläche, sondern nur, dass wir aufgrund einer schönen Oberfläche nicht automatisch annehmen dürfen, dass dahinter eine skalierbare, hochverfügbare Architektur steht die sauber umgesetzt wurde und auf einer skalierbaren, hochverfügbaren Infrastruktur in der Cloud bereitgestellt wird. Der Server von TeuxDeux könnte auch unter dem Bett des Entwicklers stehen, was ich natürlich nicht annehme :-). Aber wir müssen letztendlich bei jedem Cloud Anbieter, den wir uns anlachen überlegen, ob wir davon ausgehen, dass wir es hier mit einer professionellen Lösung zu tun haben und uns fragen, warum wir das glauben.
3) Auch eine gute gebaute Lösung die auf einer skalierbaren, hochverfügbaren multi-tenant Architektur basiert und auf einer ebensolchen Infrastruktur läuft, kann ausfallen. Aber diese Ausfälle sind dann, aufgrund der Architektur und aufgrund des Geschäftsmodelles des Anbieters kurz und sie tendieren dazu immer seltener aufzutreten und immer kürzer zu werden. Gerade weil bei SaaS eben nicht nur ein Kunde, sondern alle Kunden des Anbieters davon betroffen sind, wird er alles daran setzen was in seiner Möglichkeiten liegt, und dass ist ganz bestimmt viel mehr, als eine einzelne Firma einsetzen kann, um die Verfügbarkeit kontinuierlich zu verbessern.
4) Wenn eine SaaS Lösung ausfällt, kann ich weiter arbeiten, denn der Cloud Anbieter kümmert sich, ohne dass ich was tun muss, um das Problem, aus den oben genannten Gründen. Und es soll mir nun niemand sagen, er könne nichts anderes mehr tun, als das was mit dem System das gerade nicht läuft bearbeitet werden kann.
Also liebe Cloud Anwender, ich verstehe, wenn Ihr Euch ärgert, wenn mal was nicht läuft. Allerdings sollte es nur einen Espresso lang nicht laufen, sonst ist der Anbieter noch nicht wirklich dort wo er sein muss. Das liegt dann nicht am Model, sondern am Produkt! Und sollte es wirklich mal 2, oder gar 3 Tassen Espresso dauern, dann lohnt sich ärgern ja trotzdem nicht. Relax, mach was anderes. Räum den Bürotisch auf, lies ein Buch, ruf einen Kunden an, irgendwas gescheites findet sich schon, notfalls auch für ein paar Stunden. Das ist immer noch besser als an der Hotline zu hängen und sich selber um das Problem kümmern zu müssen.
Und die, die die Cloud nicht nutzen, sollen sich doch einfach noch ein bisschen daran erfreuen, dass sie wieder einmal vermeintlich recht haben, mit ihrer Cloud Skepsis. Lange werden sie das nicht mehr können :-)
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